Praxiserfahrung durch Elektrofahrzeug-Feldversuch

Köln/Aachen – 15. November 2010 – Elektromobilität steht im Fokus des öffentlichen Interesses. Neben grundsätzlichen Diskussionen,  Entwicklungsszenarien und politischen Willenserklärungen bleibt die Aufgabe, sich auch der praktischen Umsetzung und der sich daraus ergebenden  Herausforderungen zu stellen. Genau diesen Themen widmet sich ein Feldversuch zur Erprobung von Elektrofahrzeugen im Großraum Aachen. Das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) geförderte Projekt wird dabei von zahlreichen Partnern getragen. Dazu gehört auch die Hans Hess Autoteile GmbH, die mit ihrem Werkstattkonzept MOTOO unter anderem die Wartung und Reparatur der Elektrofahrzeuge im Versuchszeitraum übernimmt.

Im Rahmen der ganzheitlichen Machbarkeitsstudie verfolgen die Projektpartner das Ziel, nachhaltige Mobilitätskonzepte auf der Basis von Elektromobilität zu entwickeln, zu erforschen
und zu realisieren. Die dabei zugrunde liegenden Modelle für Mobilität, Infrastruktur
und Verkehrsentwicklung berücksichtigen sowohl Zweiräder, vierrädrige Fahrzeuge,
Nutzfahrzeuge sowie Elektrobusse für den öffentlichen Personennahverkehr. Eine von Forschung, Industrie und Kommune gemeinsam entwickelte „Erlebniswelt Elektromobilität“ soll zudem eine frühzeitige Nutzerakzeptanz durch Aufklärung und Demonstration ermöglichen.

Nach den Worten von Mitja Bartsch, Leiter des in das Projekt eingebundene Werkstattsystems MOTOO, haben sich zehn Unternehmen und Einrichtungen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft, Industrie und kommunaler Ebene für den Feldversuch zusammengeschlossen. Insgesamt umfasst das Projekt ein  Gesamtvolumen von 5,8 Millionen Euro. Zu den Konsortialpartnern gehören neben der Hans Hess Autoteile GmbH die Stadt Aachen sowie deren Stadtwerke, die RWTH Aachen, das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, die Firma Hoppecke Batterien, die Ecocraft Automotive GmbH, die  Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen, die DB Fuhrpark sowie das WZL der RWTH Aachen.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens erfolgt eine Konzentration auf drei  Schwerpunkte. Im Rahmen des „Querschnittsprojektes“ werden die Auswirkungen von Elektromobilität auf die Energienetze, das regionale Verkehrsgeschehen sowie die städtischen Infrastrukturen untersucht. Dabei soll unter anderem ein übertragbares Vorgehensmodell am Beispiel der Region Aachen entwickelt und unter Einbeziehung von Forschungsergebnissen aus einem Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie („Smart Wheels“) überprüft werden. Mit dem Projekt „Zweirad“ ist geplant, in Aachen ein Verleihsystem mit bis zu 100 sogenannten Pedelecs aufzubauen und den Betrieb von  Batteriewechselsystemen auf Roller- Basis zu implementieren. Der dritte  Schwerpunkt „Nutzfahrzeuge“ schließlich bringt sieben Kleintransporter mit Elektroantrieb in den Feldversuch ein.

Anspruchsvolle Aufgabe

Die für das Projekt angeschafften Kleintransporter und Roller mit Elektroantrieb werden teilweise im Serienzustand, teilweise verändert, getestet. Dabei wird MOTOO für die Sicherstellung des kompletten Services sowie die Durchführung anfallender Reparaturen sorgen. Damit verbunden ist die Aufgabe, die für diese Arbeiten notwendigen Daten zu ermitteln und entsprechende Erfahrungen zu dokumentieren. Darauf aufbauend wird dann von MOTOO der notwendige Schulungsbedarf analysiert und ein entsprechendes Schulungskonzept entwickelt und durchgeführt. Zu den weiteren Aufgaben der Fachleute der Hans Hess Autoteile GmbH gehören die Beschaffung technischer Daten sowie die Entwicklung von Diagnosemöglichkeiten. Ebenso wird man sich den Fragen nach den Bezugsquellen
für entsprechende Ersatzteile sowie der Einbindung in die notwendigen logistischen
Prozesse stellen.

Nach den Worten von Mitja Bartsch steht das anspruchsvolle Vorhaben im Einklang mit dem Ziel von MOTOO, durch innovative Ideen und zukunftsweisende Lösungen frühzeitig auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren und sich so auf verändernde Rahmenbedingungen einzustellen. „Wir wachsen mit den Ansprüchen und lernen in diesen Praxistests für die Zukunft“, beschreibt er die Chancen, die sich aus solchen Feldversuchen ergeben. Nur durch frühzeitig gesammelte Erfahrungen aus der Praxis könne letztlich die Tragfähigkeit von solchen Konzepten überprüft werden. „Theoretische und technische Diskussionen sowie innovative Ideen werden so auf der Straße und in der Realität auf ihre Machbarkeit überprüft und für den Alltag nutzbar gemacht.“ Daran aktiv mitwirken zu können, sei eine spannende Aufgabe, die für die Gesamtbranche von Bedeutung sei und der man sich mit vollem Engagement widmen werde.